Erklärung: Was ist die UVV Prüfung?

Ein Unternehmer trägt einiges an Verantwortung. Dazu zählt auch die Gewährleistung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes in seinem Betrieb. Dies ist allerdings keine individuelle Einschätzungsfrage, sondern sehr detailliert geregelt. Jeder Unternehmer haftet unter anderem dafür, dass von technischen Arbeits- und Betriebsmitteln keine vermeidbare Gefahr ausgeht. Weder für Mitarbeiter noch für Besucher.

Dazu muss er die verpflichtenden Unfallverhütungsvorschriften (UVV oder DGUV-Vorschriften) befolgen. Dazu gehört die regelmäßige umfassende UVV-Prüfung im Unternehmen durchführen zu lassen. Dies erfordert entsprechende Kenntnisse, die man selbst i.d.R. nicht hat. Somit ist die Beauftragung eines externen Sicherheitspürfers notwendig.

Alle bei einem gesetzlichen Unfallversicherungsträger versicherten gewerblichen Unternehmen müssen die Unfallverhütungsvorschriften einhalten.

Was genau bezweckt die UVV-Prüfung?

Jede Maschine, jede technische Anlage und Leitung unterliegt Verschleiß, Verbrauch oder Korrosion. Dies kann nicht nur die Funktion, sondern auch die Arbeitssicherheit beeinträchtigen. Zusätzlich zu den Wartungsintervallen des Herstellers sind deshalb laut Betriebssicherheitsverordnung und Unfallverhütungsvorschriften feste Prüfintervalle zum Schutz von Menschen im Umfeld vorgeschrieben. Dabei sollen eventuelle Mängel aufgedeckt werden, um sie zur Prävention von Unfällen rechtzeitig beheben zu können. Klingt einfach, ist es aber leider nicht.

Wer oder was regelt die UVV Prüfung?

Die UVV sind rechtsverbindliche Vorschriften der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unter Mitträgerschaft der Berufsgenossenschaften. Diese wiederum legen die jeweiligen Vorschriften (DGUV-Vorschriften) fest und berufen sich zur Durchführung großenteils auf DIN, EN und andere Regeln. Über allem steht die Arbeitssicherheit: das Arbeitsschutzgesetz mit Betriebssicherheitsverordnung und Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS).

Hinzu kommen Arbeitsstättenverordnung und Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR). Weitere Regeln und Informationen der DGUV ergänzen die Vorschriften und erläutern die praktische Durchführung.

In den UVV enthalten ist auch die Pflicht zur regelmäßigen Prüfung, Wartung und Instandhaltung von Arbeits- und Betriebsmitteln. Hierbei existieren für jede Art zusätzlich gesonderte Regeln. DGUV Vorschrift 3 beispielsweise gilt für elektrische Anlagen und Betriebsmittel. Kurz: Das Regelwerk ist recht komplex!

Wann und wie oft muss die UVV-Prüfung erfolgen?

Die Prüffristen werden, im Gegensatz zu früheren starren Fristen, individuell an die betriebsbedingten Erfordernisse angepasst. Auch hierbei ist der Unternehmer gefordert: Er muss zu diesem Zweck eine umfassende und verbindliche Gefährdungsbeurteilung (TRBS 1111) seines Betriebes vornehmen oder veranlassen.

Vorgaben, etwa bei der DGUV Vorschrift 3, existieren zu den Prüfungsintervallen selbst nur in Bezug auf Maximalfristen, die nicht überschritten werden dürfen. Ansonsten gibt die DGUV recht realistische Richtwerte an die Hand und unterscheidet zwischen unterschiedlichen Betriebsstätten (Büro, Baustelle, Werk- oder Produktionsstätte) sowie Betriebsmitteln (ortsveränderlich, ortsfest).

So muss zum Beispiel eine Drehstromfräsanlage häufiger (1-Jahresfrist oder weniger) geprüft werden, als ein Desktop-PC im Büro (bis zu 2 Jahre). Das ist hierbei durch das unterschiedlich hohe Risiko zu bewerten. Sprich: Die Gefahr von Verletzungen an einem Computer sind um ein Vielfaches geringer, als an eine Fräsmaschine.

Elektrische Betriebsmittel sind, außer zur Erstinbetriebnahme, nach Änderungen oder Reparaturen prüfpflichtig. Zudem schreiben die UVV die Wartung laut Herstellerangaben sowie die unverzügliche Instandsetzung bei Mängeln oder Fehlern vor.

Welche Arbeits- und Betriebsmittel sind zu prüfen?

Einer regelmäßig wiederkehrenden UVV-Untersuchung müssen alle technischen Mittel unterzogen werden. Sei es Elektrogerät mit Kabel und Stecker, Server- oder festinstallierte Produktionsanlage, selbst die Elektroinstallation vom FI-Schalter über Leitungen bis zur Steckdose (DGUV Vorschrift 3).

Jedes Fahrzeug (DGUV Vorschrift 70), jede Leiter (DGUV-Information 208-016), das Betriebstor und die Brandschutztüren (ASR 1.7 für kraftbetätigte Türen und Tore), Regale (DIN EN 15635), Medizingeräte (EN 62353, VDE 0751), persönliche Schutzausrüstungen (PSA) gegen Absturz (DGUV 312-096).

Kernaussage: Jedes einzelne Betriebsmittel muss im Sinne der Arbeitssicherheit gefahrlos bedient werden können.

Wer muss oder kann die UVV-Prüfung durchführen?

Laut UVV darf dies nur eine sachkundige oder befähigte Person tun.
Sachkundig ist sie dann, wenn sie eine fachliche oder produktspezifische Ausbildung vorweisen kann. Hinzu kommt, dass ein sachkundiger Prüfer alle relevanten Vorschriften, Regeln, Richtlinien, Normen und Bestimmungen kennen muss. Somit sind UVV-Prüfer meist externe Fachleute.

Ein Befähigter kann sich durch Ausbildung, Berufserfahrung oder -tätigkeit auszeichnen, welche die erforderlichen Kenntnisse sicherstellen.
Der Unternehmer kann eine entsprechende Person innerbetrieblich mit der UVV-Prüfung beauftragen oder ein spezielles externes Service-Unternehmen, wie beispielsweise uns, die Kraatz Consulting.

Kontaktieren Sie uns jetzt.

Foto: primage factory / 123rf.com