Erklärung: Was ist eine Gefährdungsbeurteilung?

Die Gefährdungsbeurteilung – Arbeitssicherheit nach Arbeitsschutzgesetz

Für die Beurteilung der Gefährdung und Belastung der Beschäftigten im Unternehmen gibt es keine konkrete und allgemeingültige Formulierung im Arbeitsschutzgesetz. Dennoch ist die Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber zu erstellen und ein zentrales Element des Arbeitsschutzes. Die Arbeitssicherheit umfasst den Gesundheitsschutz, die Vermeidung von Verletzungen und berufsbedingten Erkrankungen, sowie die darauf basierende Prävention durch Arbeitsschutzmaßnahmen.

Definition Gefährdungsbeurteilung

Der Begriff Gefährdungsbeurteilung bezieht sich nicht auf die Ermittlung unmittelbarer Gefahren, sondern auf die Früherkennung von Gefährdungen. Die Gefährdung beschreibt die Möglichkeit einer Schädigung oder Verletzung. Die Gefahr selbst ist ein direktes Risiko.

Im Zuge der Beurteilung von Gefährdungen am Arbeitsplatz stehen sowohl körperliche wie psychische Belastungen im Mittelpunkt. Gefährdungsbeurteilungen liegen der Prävention von Gefährdungen zugrunde und sind somit ein wichtiges Fundament für den betrieblichen Arbeitsschutz.

Wer ist in der Pflicht?

Verpflichtet zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung sind Arbeitgeber ab dem 1. Beschäftigten. Bei Unfällen oder Beinahe-Unfällen, bei häufigen Erkrankungen der Mitarbeiter oder bei der Einführung neuer Techniken und Materialien kann die Beurteilung präventiv für mehr Arbeitssicherheit sorgen.

In Gewerbebetrieben wird die mechanische Gefährdung ebenfalls kontrolliert. Sie fließt dann in die anschließend dokumentierte Beurteilung ein. Grundsätzlich umfasst die Beurteilung alle körperlichen und psychischen Belastungen. Praktisch ist daher jedes Unternehmen zur Erstellung einer Beurteilung des Gefährdungsrisikos in der Pflicht.

Im Büro, in Behörden oder im Supermarkt sind Gefährdungen der körperlichen und psychischen Gesundheit ebenso vorhanden, wie auf Baustellen, im gehobenen Management oder im Lehrkörper. Denn die Arbeitszeit, der Arbeitsablauf und die sozialen Bedingungen am Arbeitsplatz sind ebenso Bestandteile der Gefährdungsbeurteilung, wie die körperlichen allgemeinen Belastungen.

Wer führt die Gefährdungsbeurteilung durch?

Für höchste Arbeitssicherheit sind Arbeitgeber zur regelmäßigen Unterweisung ihrer Mitarbeiter verpflichtet. Hier kann der Arbeitgeber selbst, der Vorgesetzte oder eine Fachkraft für Arbeitssicherheit tätig werden. Die regelmäßigen Unterweisungen werden dann durch diese Person vorgenommen.

Anders ist es bei der Gefährdungsbeurteilung. Diese darf nur von einer spezialisierten und qualifizierten Person vorgenommen werden. Der Betriebsrat hat Mitspracherecht, darf die Beurteilung aber nicht in solitärer Ausführung vornehmen. Betriebsräte haben nicht nur das Recht, sondern laut Bundesarbeitsgericht sogar die Pflicht zur Mitbestimmung.

In Kooperation mit dem Arbeitgeber und den Vorgesetzten kann eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit eingesetzt werden. Dieser externe Sicherheitsbeauftragte erstellt die Gefährdungsbeurteilung vor Ort und dokumentiert die Ergebnisse. Im Sinne des Arbeitsschutzes ist es wichtig, dass die Wirksamkeitskontrolle durchgeführt wird.

Wie erfolgt die Kontrolle?

Vor der eigentlichen Kontrolle wird ein Kontrollplan erstellt. In diesen fließt das Gefährdungspotenzial am einzelnen Arbeitsplatz ein. Sowohl mechanische, körperliche und psychische Gefährdungen werden im Rahmen der Beurteilung kontrolliert. Das Risikopotenzial wird darin ebenso aufgelistet. Hier sei noch einmal angemerkt, dass die Gefährdungsbeurteilung keine Darstellung der Gefahr, sondern eine präventive Maßnahme zur Vermeidung von Gefährdungen am Arbeitsplatz ist.

Seit 2013 fließen auch psychische Belastungen in die Beurteilung ein. Sie sind in gleichem Maße, wie körperliche Belastungen, zu bewerten. Die Kontrolle erfolgt nach den mit dem Betriebsrat abgesprochenen Punkten. Eine lückenlose Dokumentation ist absolut erforderlich. Das Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist eine höhere Arbeitssicherheit mit Fokus auf den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer und Angestellten in Unternehmen.

Wir unterstützen Sie bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung, Umsetzung und Kontrolle der präventiven Maßnahmen.

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Foto: dolgachov / 123rf.com